Mittwoch, 16. August 2017

Kaum zu glauben - nun sind wir wieder Zuhause

Vor unserer Heimreise kamen Tage, an denen nur geräumt, geputzt, verpackt und gepackt wurde. Und so nebenbei- die Sonne brüllte vom Himmel und ließ jeden Handgriff langsamer gehen. Wenn Alles getan ist, kommen die Gedanken auf die letzten fast vier Monate unserer Reise.
Der Gott des Himmel und der See hatte auf uns in diesem Jahr ein besonderes Auge. Er verleitete uns zu Pausen an schönen Orten mit netten Menschen, die unsere Zeit bereichert haben. Während dieser Pausen ließ er die dunklen Wolken und den Wind passieren ohne dass wir damit ein Problem bekamen.
1. Griechenland
Die Reise begann nach umfangreichen Arbeiten an Naima mit einer Runde durch den Saronischen Golf. Am Flughafen von Athen holten wir Rainer und Sabine ab, um mit Beiden diese Runde zu drehen. Dazu verlegten wir Naima von Aegina nach Lavrio in die Olympic Marina. Hydra, die autofreie Insel, Ermioni, Spetses, Poros, Nea Epidaurus, mit dem Theater und Aegina mit seinem Tempel waren die Highlights dieser Runde. Mit kräftigem Wind segelten wir nach Piräus, um Rainer und Sabine wieder nach Berlin zu verabschieden. Endlich erhielten wir in Piräus unsere neue Dekpa - die Befahrgenehmigung für griechische Gewässer. Nachdem auch unsere Gasflasche gefüllt war und wir einige Runden durch das alte Athen gedreht hatten, machten wir uns auf den Weg nach Nord - Italien. Zuerst, auf unserem Weg nach Korinth, nach Aegina. Von dort durch eines unserer Ziele dieser Reise - die Straße von Korinth. Auch wenn wir dort für die Passage 147,11 € zu zahlen hatten, erinnerte es uns schon an eine Selbstverständlichkeit aus alten Tagen -4711-. Die Passage war, wie erwartet, sehr beeindruckend. Enorm, was durch Menschenhand so geschaffen wird. Man empfahl uns nicht nach Korinth in den Hafen zu gehen, da er nicht hinreichend sicher sei. So fuhren wir gleich nach Kiato weiter und lagen dort sicher fest, als ein Sturm das Meer aufwühlte. Danach zog es uns nach Galaxidi. Von einem Taxi ließen wir uns nach Delphi fahren, um die Reste der alten Stadt zu besichtigten. Es lohnt sich dort gewesen zu sein. Das Wetter war zwischenzeitlich so schlecht, dass auf den Bergen im Hintergrund Schnee fiel. Es zog uns weiter durch den Golf von Korinth zur schönen Insel Trizonia. Dort hatte eine Engländerin einen Hafen bauen lassen und diesen nach ihrem Tod an das Land vererbt. Nun gibt es dort einen sicheren Hafen, um den sich kein Mensch kümmert. In diesem Hafen lagen zwei deutsche Schiffe, mit deren Besatzungen wir einige nette Tage und Abende verbrachten, bis das Wetter wieder einen freundlicheren Eindruck erzeugte. Von dort fuhren wir nach Patras, unter der Brücke - Rio - hindurch. Dieses gigantische Bauwerk verbindet den Pelepones mit dem Festland. Mit einem Leihwagen besichtigten wir Olympia und Mykene. Für beide Orte benötigten wir jeweils einen Tag und waren von den Bauwerksresten beeindruckt, die uns einen Blick ins Altertum ermöglichten.
Weiter ging es in den Fährhafen Killini, da der für uns interessante Hafen von Meselonghi zur Zeit geschlossen war. Hier lagen wir kostenlos und sicher, fuhren jedoch am Folgetag sofort weiter, da der Ort keine interessanten Eindrücke bot, die uns zu längerem Verweilen anspornte. Wir waren vielmehr auf Zakynthos gespannt. Im Hafen von Zakynthos Stadt erhielten wir einen guten Liegeplatz. Die Insel lud zur Besichtigung ein. Mit einem Quad, das uns in den Hafen geliefert wurde, fuhren wir zuerst nach Keri, den südlichen Teil der Insel. Dort bestiegen wir ein Touristenboot und besuchten das Naturschutzgebiet in dem die Caretta Caretta-Schildkröten ihr Refugium haben. Wir konnten sogar Einige beobachten, die uns freundlich aus dem Wasser betrachteten. Am folgenden Tag fuhren wir mit dem Quad nach Agios Nicholaos, um wiederum mit einem Touristenboot die Blaue Grotte und die Shipswrak-Bay zu besichtigen. Wir sahen eine wunderschöne Insel mit schönen Ortschaften. Die Neugier trieb uns weiter nach Kefalonia. Dort besuchten wir mit einem Motorroller viele schöne Strände und die beeindruckenden Höhlen, in der Nähe des Hafens. Auch hier hätte man noch länger verweilen können, jedoch wir wollten weitere Insel kennen lernen. So begaben wir uns auf Odysseus Spuren. Ithaka, Kalamos (bei George), Meganisi (bei Babis), und Lefkas in Nidri am Steg von Skorpions Charter waren unsere nächsten Stationen. Nicht zu fassen, das Odysseus so lange in diesem Gebiet herumgeirrt ist. Lefkas lud ein zur Rundfahrt mit einem Auto. Auch hier wieder wunderschöne Ausblicke und eine beeindruckende Natur. In Nidri erlebten wir ein Gewitter mit riesigen Hagelkörnern, die drohten unsere Sprayhood zu durchschlagen. Nach kurzer Zeit war jedoch der Spuk vorbei und die Sonne brüllte wieder vom Himmel. Von dort trieb es uns nach Preveza. Die Stadt am Eingang zum Ambrakischen Golf überzeugte besonders, da wir in der Marina Preveza einen sicheren Hafen hatten und der Golf bereits von den Schlachtschiffen der Kleopatra als Versteck genutzt wurde. Das konnte für uns ein hinreichend sichere Zuflucht sein. Die Stadt lädt zum Shopping ein, leider blickt man durch die Öffnungszeiten nicht durch. So war das Shoppingerlebnis für uns sehr preiswert, das die Geschäfte am frühen Nachmittag mitten in der Woche geschlossen waren. Der Abstecher in den Ambrakischen Golf nach Koronisia war ein Naturschauspiel. Bei leichten Winden trieben wir in den Golf, um Delfine und Schildkröten zu besuchen. Kurz vor Koronisia besuchten uns einige Delfine. Im kleinen Hafen fanden wir im neuen gepflegten Teil in der Nähe der Hafeneinfahrt einen Platz. Kurz darauf kam eine Schildkröte in den Hafen geschwommen, begutachtete uns und entschwand anschließend wieder in die Weiten des Golfes. Das Ziel des Abstechers war erreicht.
Inzwischen waren wir auf Paxos und Korfu sehr gespannt. So segelten wir zurück nach Preveza, von dort weiter in den kleinen Hafen Lygia, um am darauf folgenden Tag mit einem Badestop in der Two Rock Bay nach Parga weiter zu reisen. Der Weg ins alte Fort war schweißtreibend, erlaubte jedoch einen schönen Blick über die Gegend. Unser nächstes Ziel war Paxos Stadt. In dem kanalartigen Hafen fanden wir einen guten Platz und konnten die kleine Stadt, mit seinen unzähligen Restaurants gut erkunden. Da es hier wiederum sehr hübsch war, wollten wir auch die Bucht von Lakka im Norden der Insel sehen. Dort gingen wir vor Anker, bei glasklarem Wasser, in traumhafter Kulisse. Dann trieb es uns zu den Syvota-Inseln nach Mourtos, wo wir zwischen den Inseln wiederum sicher vor Anker gingen. Telefonisch konnten wir bereits für den Folgetag einen Liegeplatz in Korfu Stadt, im alten Hafen unter dem Fort, reservieren. Dort angekommen, lagen wir in traumhafter Umgebung. Korfu beeindruckte und hielt uns mehrere Tage in seinem Bann. Die alte Stadt, das Fort, das Sissy-Schloss, schöne Badebuchten - leider überlaufen von Menschenmassen - alles wollte uns nicht los lassen. Wir verbrachten dort traumhafte Tage, die uns den Abschied von Griechenland nicht leichter machten.

2. Albanien
Die Informationen, die wir in der Zwischenzeit über Albanien gesammelt hatten, erzeugten bei uns keine freudige Erwartung. In jedem Hafen werden Sportboote wie Frachtschiffe behandelt. Man erwartet jeweils ein Ein- und Ausklarieren. Dazu ist es notwendig jeweils einen Agenten zu beauftragen, der für seine Tätigkeit mindestens 50,00 € verlangt. Hinzu kommen noch Hafengebühren usw. Die Häfen - außer Sarande und Vlores - sind Industriehäfen, die für kleine Boote eigentlich ungeeignet sind. In manchen Häfen wird für die Sicherheit des Schiffes keine Empfehlung ausgegeben. Da wir kräftige südliche Winde erwarteten, beschlossen wir, direkt von Korfu nach Montenegro zu segeln, obwohl die Selbststeueranlage von Naima ihre Arbeit verweigerte. Kurz hinter Korfu setzten die Winde ein und trieben uns schnell voran. In Höhe von Vlores - nach ca. 60 sm - beschlossen wir einen Abstecher nach Vlores. In der Bucht kamen jedoch stürmische Windböen von den Bergen, die ein Einklarieren in Vlores unmöglich machten. Unterhalb eines Berges legten wir den Anker und ruhten uns aus. Nach vier Stunden, verließen wir die Bucht von Vlores, um uns von den noch immer starken südlichen Winden nach Montenegro treiben zu lassen. Nach ca. 30 Std. Und 170 sm - von Hand gesteuert - fuhren wir gegen Mittag in den Hafen von Bar in Montenegro ein.

3. Montenegro
Das Einklarieren war im Haupthafen schnell erledigt. Nette Polizisten und Zöllner, sowie die Hafenkommandantur zeigten uns, dass wir willkommen sind. Im benachbarten Yachthafen war man sichtlich um uns bemüht und wies uns einen Liegeplatz entlang des großen Steges zu. Uns wurden vom netten Hafenmeister alle Wünsche von den Augen abgelesen. So fuhr er uns in die alte Stadt Stari Bar, die mit ihren ehem. Befestigungen ca. 5 km von der neuen Stadt Bar entfernt liegt und holte uns dort auch nach dem Abendessen wieder ab. Er besorgte uns einen Leihwagen, mit dem wir entlang der Küste nach Tivat und Kotor gefahren sind. Kotor war ausgesprochen sehenswert, jedoch lagen vor dem kleinen, überfüllten Yachthafen zwei riesige Kreuzfahrtschiffe, deren Passagiere die alte Stadt verstopften. Nach diesem Erlebnis beschlossen wir mit Naima ausschließlich nach Tivat zu segeln und dort in der Nobelmarina zu relaxen. Zur Reception wurden wir vom Liegeplatz mit einem Elektroauto gefahren. Selbst beim Ausklarieren wurde eine Assistentin zur Verfügung gestellt, die kostenlos alle Formalitäten erledigte. Sehr nett. Montenegro war sehr sehenswert.

4. Kroatien
Das Einklarieren in Caftat war das krasse Gegenteil zu Montenegro. Selbst das kurzfristige Anlegen am Zollkai kostete Geld. Nach einigem Suchen fanden wir das Büro des Hafenmeisters und traten dort ein. Kurz darauf wurden wir unfreundlich des Raumes verwiesen: "Sehen Sie nicht, dass ich gerade mir Anderen beschäftigt bin? Warten Sie draußen bis ich fertig bin!" Wir mussten dann ca. 20 Min. in sengender Sonne vor dem Büro warten, bis er endlich Zeit für uns hatte. Nun mussten wir zuerst Gebühren entrichten. 30 Tage die Gewässer von Kroatien zu befahren kostete uns 500 Kuna und dazu kam noch eine "Gefahrenzulage" die sich nach der Bootsgröße, der Motorstärke und der Anzahl der Kojen an Bord richtete. Ich nannte dem Hafenmeister 6 Kojen und er berechnete uns jedoch 8 Kojen. Daraus folgten nochmals fast 400 Kuna - für nichts!
Nach einer kostenfreien Ankernacht in einer benachbarten Bucht zog es uns nach Dubrovnik. Auf dem Weg zur ACI Marina drehten wir eine Runde durch den Hafen der Altstadt. Vorbei am Kai für die Kreuzfahrer, bis weit in den Flussarm hinein. Die Preise waren eine Offenbarung. Donnerstags 85,00 € und Freitags 105,00 €. Wenigstens war die Fahrt mit dem Bus in die Altstadt relativ preiswert und der Gang durch die Altstadt mit einem Audioguide eine hoch interessante Angelegenheit. Bei diesen Preisen denkt man nicht an einen ruhigen Tag zum Ausspannen oder eine zweite Besichtigungsrunde, sondern nur an den nächsten Hafen. Der war dann für uns in der Bucht Okkulje auf Mljet. Dort legten wir an der Taverne von Baro an und erlebten das genaue Gegenteil. Ein borasicherer Liegeplatz mit Mooring incl. Strom und Wasser ausschließlich für ein Abendessen beim Wirt der Konoba. Der Preis des Abendessens war normal und das Essen ausgesprochen lecker. Sehr zu empfehlen. Hier verbrachten wir bei glasklarem Wasser eine Nacht, um am darauf folgenden Tag zur Insel Korcula weiter zu ziehen. Dort liefen wir den Hafen Lumbarda an und tauschten mit anderen deutschen Seglern viele Erfahrungen aus. Vorbei an der alten Stadt Korcula segelten wir Richtung Sveti Klement, einer kleinen Insel gegenüber von Hvar. Dort wollten wir in die dortige ACI Marina. Leider war die Marina voll, sodass wir bei der kleinen Insel Marinkovac den Anker legten. Eine unruhige Nacht folgte. Abhängig von den Gezeiten strömte das Wasser zwischen den Inseln durch. Die vor Anker liegenden Schiffe richteten sich immer wieder neu aus. Gemeinsam mit dem Wind, eine sehr unangenehme Situation, da hier viele Schiffe auf engstem Raum ankerten. Hinzu kam eine Technodisco, die durch die ganze Nacht laute Musik machte und uns den Schlaf raubte. Daher hieß es im Morgengrauen Anker auf und Motor an Richtung Split. Der Wind war leider sehr zurückhaltend, dafür hatten wir bereits über 30 Grad Außentemperatur und eine eifrige Sonne. Die alten Schönheiten der Stadt mit dem Diokletianpalast erkundeten wir in 2 Tagen um anschließend weiter nach Trogir zu segeln. Im Hafen an der Werft erhielten wir einen Liegeplatz und waren damit zum Glück etwas abseitig vom Trubel der alten Stadt. Die Erkundung der Stadt, die insgesamt zum Weltkulturerbe erklärt wurde, stand am folgenden Tag an. Wir hatten nach so viel Kultur den Drang weiter zu segeln und machten uns auf zur Bucht Rogoznica - Marina Frapa. In der Marina verweilten wir eine Nacht um am nächsten Tag nach nur 4 sm in die Marina Kremik bei Primosten einzulaufen. Als wir aus der Bucht herauskamen stand uns ein kräftiger Wind und eine unangenehme Welle entgegen, sodass wir es vorzogen sofort wieder in den nächsten Hafen einzulaufen. Am folgenden Morgen war das Deck mit weißer Asche überzogen. Ich konnte diesen Umstand noch nicht den in der Nähe lodernden Waldbränden zuordnen. Am Tag war auch bei der Besichtigung von Primosten nichts davon zu merken, da der Wind die Rauchschwaden von uns fern hielt. So segelten wir weiter zur Marina Betina. Dort waren die Brände deutlich zu sehen. Die Rauchschwaden verdunkelten die Sonne und reizten unsere Nasen. Die Raymarine-Vertretung reparierte über Nacht unsere Selbsteuerung, sodass wir unseren dritten Mann - Fritz, der Steuermann - wieder freudig an Bord begrüßten. Inzwischen wehte der Wind die dunklen Rauchschwaden direkt aufs Meer, sodass wir beschlossen, am nächsten Tag bis nach Zadar - aus den Feuern heraus - zu segeln. Wir ließen Biograd aus und segelten mit frischem rauchigen Wind bis nach Zadar durch. Dort konnten wir wieder durchatmen. Wir gingen zwei Tage durch die Altstadt und genossen deren frische Luft. Uns zog es nun weiter nach Vrulje in eine kleine Bucht der Insel Molat. Dort verbrachten wir die Nacht an einer Boje, die uns ca. 15 € Liegegebühr kostete. Eine sehr ruhige und angenehme Nacht folgte, sodass wir von dort einen langen Schlag bis zur Insel Losinj machten nach Mali Losinj. Fern ab der Stadt legten wir in einer neuen Marina an, die es ermöglichte mit den Fahrrädern in die Stadt zu fahren, ohne den Lärm und Trubel des Touristenortes ständig ertragen zu müssen. Der Sprung aus der Inselwelt nach Pula, in die Marina Veruda folgte. Dort wetterten wir nächtliche Gewitter ab und beschlossen aufgrund der unsicheren Wetterlage erst nach einem Ruhetag weiter zu ziehen. Von dort wollten wir nach Vrsar. Leider war die Marina belegt, sodass wir in Rovinj an eine Boje gingen. Was dann folgte, war als Tortur zu bezeichnen. Ein Gewitter tobte sich am Abend aus und erzeugte gigantische Wellen, die in die Bucht von Rovinj hereinrollten. Die Wellen liefen die ganze Nacht hindurch in die Bucht, jedoch ließ der Wind nach, sodass die Boje immer wieder gegen Naima donnerte. Kurz nach dem Sonnenaufgang legten wir Richtung Umag ab. Der Wind war Fehlanzeige, also musste der Dieselwind uns antreiben. In Umag verweilten wir noch einige Tage, trafen dort die Schwester von Frau Kapitän, die dort Urlaub machte, um dann das schöne, aber nicht immer freundliche Kroatien zu verlassen. Wir haben viele Orte und auch viele Inseln ausgelassen, jedoch waren wir von den vielen Eindrücken bereits so überladen, dass wir diese wohl zu einer anderen Zeit nachholen müssen.

5. Slovenien
Wir hätten von Kroatien direkt nach Italien fahren können, jedoch war da das Problem mit dem Einklarieren in Italien. Kroatien gehört nicht zu den Schengen-Ländern, also muss umständlich in Kroatien Aus- und im Schengenraum einklariert werden. Dazu müssten wir nach Triest. Ein ordentlicher Umweg. Kürzer ist es in Piran, Slovenien, einzuklarieren und wenn man dann schon in Slovenien ist, in Isola halt zu machen. Das taten wir dann auch und besichtigten die alte Inselstadt. Erst spät wurde die Insel mit dem Festland verbunden. Viele verwinkelte kleine Gassen machen den Reiz des Ortes aus. Von dort ging es dann direkt in das andere Schengenland Italien.

6. Italien
Vorbei an Muschelfarmen fuhren wir in den Hafenarm von Monfalcone. Wesentlich früher, als wir es eingeplant hatten kamen wir in der Marina Nautec Mare an. Wir hatten den Heimflug von Treviso mit Ryanair erst 10 Tage später gebucht. Einige Tage wollten wir für Naima aufwenden, um sie für die Landperiode vorzubereiten. Jedoch hatten wir nun sehr ausreichend Zeit um alles zu erledigen. Die Sonne brüllte, sodass wir froh waren, die Vorbereitungen auf mehrere Tage verteilen zu können. Zwischendurch sprangen wir zur Abkühlung in den Swimmingpool der Marina. Drei Tage vor dem Abflug wurde Naima an Land auf einen stabilen Metallbock gesetzt, sodass wir von Außen reinigen und polieren konnten. Nun wartet Sie auf die Herausforderung in 2018.

Montag, 7. August 2017

Saisonende mit Pauken und Trompeten

Wir wollten den letzten Tag im Wasser dazu nutzen, das Deck zu reinigen. Gedacht- getan. Mit viel Wasser und einem Abwaschschwamm wurde das Deck in gleißender Sonne von allen Makeln befreit. Doch nicht ganz unerwartet zogen dunkle Wolken auf und verdichteten sich zum Abend. Was dann folgte war ein Schauspiel! Der Wind legte bis zu 8 Bft. zu und ließ die Boote im Hafen hin und her tanzen. Das waren die Vorboten. Als wir mit dem Abendessen fertig waren hielten Blitz und Donner Einzug. Erst als wir an Bord waren und alle Gewittervorbereitungen beendet hatten ging es los! Regen aus allen Kübeln und eine Blitzaktivität, die man nur in südlichen Ländern kennt. Bimini und Kuchenbude wurden intensiv vom Salz befreit. Ich bin sicher, auch das Rigg ist von allen Salzrückständen befreit. Die Bora machte sich noch hier bemerkbar und blies die ganze Zeit.
Als ich am Morgen fragte, ob denn wohl wegen des Windes geslippt würde, sagte man mir, das niemand von mir erwarte, den Steg bei 7 Bft. zu verlassen. Die Kranarbeiten würden wohl stattfinden können. Also kein Problem! Wir verließen den Stegplatz und fuhren Naima fix zum Travellift. Alle Augen im Hafen warteten auf einen Skandal. Sorry, nicht mit uns! Alles war vorbereitet zum Anlanden. Der Travellift hob uns schnell aus dem Wasser. Dann fuhr der Lift mit Naima durch die Gegend zum Waschplatz. Dort wurde das ganze Ausmaß meiner Faulheit im Frühjahr sichtbar. Ich hatte das Unterwasserschiff vor dem Zuwasser lassen nicht angeschliffen. Ein Faux pas. Insbesondere das Kiel war ordentlich bewachsen. Der Hochdruckstrahler tat seinen Dienst und bald hatte Naima wieder einen sauberen Bauch. Dann wurde Naima auf ein excellentes Gestell gestellt. So gut steht Naima nur auf dem eigenen Gestell Zuhause. Morgen werden wir hinter die Halle gestellt, die alle Ausläufer der Bora für Naima abdeckt. Der Tag war dann mit Polier-, Reinigung- und Aufräumarbeiten ausgefüllt. Wie immer - im Wasser könnte Naima größer sein, aber wenn man reinigt und poliert, wundert man sich über diese riesigen Flächen. Morgen geht es weiter.

Sonntag, 6. August 2017

Samstag, 5. August 2017

Keine Lust für......

So ist das im Süden... Wir hatten den ganzen Tag brüllende Sonne. Unter dem Bimini (Sonnenschutz) entstehen über 40 Grad. Es bleibt nur übrig, unter Deck darüber zu sinnieren wie es weiter geht. Um Italien herum, durch das Mittelmeer, Gibraltar und Atlantik nach Norden? Für uns nicht bezahlbar! An der Amalfiküste (nördlich von Sizilien) werden für die Nacht im Hafen für Boote unserer Größe bis zu 200 Euro verlangt. In Sardinien, Korsika und in Teilen von Frankreich ebenso.Bliebe nur der Sprung von Sizilien nach Süd-Spanien und dann nach Gibraltar. Das entspricht nicht unserer Philosophie. Wir wollen Land und Menschen kennen lernen. Ja, das hat seinen Preis. Aber der Preis, der dort aufgerufen wird übersteigt unseren Willen zu bezahlen. Also Schluss mit Europa rund? Nun gut, eben kleiner! Mit dem Tieflader durch die Alpen nach Kehlheim und dann auf eigenem Kiel weiter. Mal sehen, wie das so geht. Dazu werden Mails und Telefonate mit Häfen und Transportunternehmen geführt. Vieles wird klarer. Wir werden wohl hinterher etwas ärmer sein, können aber wieder kurze Etappen machen. So können wir in Ruhe das kommende Jahr planen.
Die Sonne brüllt weiter, inzwischen kotzen die Schweißdrüsen bei 35 Grad unter Deck wie verrückt. Unter dem Bimini ist es wie in der Sauna mit noch höheren Temperaturen. Also bleibt nur der wiederholte Besuch des Swimmingpools. Gegen Abend beschließen wir eine sportliche Einlage mit den Fahrrädern. Abendessen in Monfalcone! Es ist egal ob man schwitzt oder ob die Drüsen verrückt spielen. Aber in Monfalcone erhalten wir ein kühles Bier (offensichtlich eine Besonderheit in Italien) und ein leckeres Essen. Für so etwas fahren wir meilenweit. Als wir zu Naima zurück kommen, zeigt das Thermometer unter Deck noch 31 Grad an. Keine Lust für unter Deck!

Freitag, 4. August 2017

Und die Schweißdrüsen kotzen

Wir haben es eigentlich in der Marina Nautec Mare ganz gut getroffen. Zu den Leistungen gehört, dass unsere Naima so lange bis sie fertig vorbereitet für das Winterlager ist, im Wasser kostenlos liegen kann. Wir können in dieser Zeit die guten Sanitäranlagen und Duschen nutzen und eben auch den Swimmingpool! Da hier in der Ecke offensichtlich Wind ein Fremdwort ist und die Sonne ihr Werk bereits am Morgen tut, entstehen Temperaturen bis zu 40 Grad. Ich wußte nicht, das Schweißdrüsen so viel Flüssigkeit freisetzen können. Also pendeln wir zwischen Naima und dem Pool hin und her. Langsam wird an Bord eine Aufgabe nach der Anderen erledigt. Leider ist das Essen hier recht teuer. Eine Mahlzeit kostet mindestens 50 € für uns beide. Also haben wir die Fahrräder aktiviert und sind die 4 km in den Ort gefahren. Ein industriell geprägter Ort, der am Abend von afrikanischen Migranten beherrscht wird. Hier macht sich bemerkbar, das Europa für die Flüchtlinge keine Strategie hat.
Das Essen war preiswerter, aber der Schweiß spülte die Nahrung gleich wieder aus.
Am Montag geht Naima an Land, wird von außen gereinigt, poliert und verpackt. Dann dürfen wir noch zwei Nächte in Naima - Sauna - verbringen, bevor uns der Flieger am Mittwoch ins kalte Berlin bringt.

Montag, 31. Juli 2017

Angekommen, Izola - Monfalcone

Nachdem wir uns noch einen Tag in Izola gegönnt haben, war klar, dass die Stadt umfänglich zu besichtigen ist. Durch die Altstadt kann man sogar bei absoluter Hitze schlendern. Dabei fällt ein Stück Kuchen Izolanka mit dem dazu gehörenden Kaffee ab. In einer anderen Schattenecke wird ein Erfrischungsgetränk genommen und relaxt. Am Abend geht es in das Restaurant Doro um die Fast-Ankunft mit Cevapcici und Salat zu feiern. Auf dem Rückweg zu Naima gehen wir den Strand der ehemaligen Insel Izola ab. Auf der italienischen Seite der Adria gehen wieder kräftige Gewitter nieder. Wir schauen bei bestem Wetter zu. Am Morgen, absolute Windstille, brüllende Sonne und blauer Himmel machen wir uns auf die letzten Meilen bis nach Monfalcone. Vorbei an Koper, Triest, einer Burg kurz vor der Einfahrt in den Flussarm nach Monfalcone sowie einer Marinefarm (Muscheln?). Plötzlich meint der Tiefenmesser nur noch 50 cm unter dem Kiel. Diese Tiefenangaben waren wir gar nicht mehr gewohnt. Erstaunlich was an Segelbooten in diesem Flüsschen liegt. Angekommen bei der Marina Nautec Mare, stellt sich heraus, wir sind wirklich in Italien. Das Büro ist heute nicht besetzt und mit dem zuständigen für das Aufslippen vereinbaren wir, doch erst in einigen Tagen aus dem Wasser zu gehen, da es im Wasser kühler ist als an Land auf dem Betonboden. Alles Andere morgen, wenn das Büro besetzt ist. Dann mal erst in den Swimmingpool - der zur Marina gehört. Alles Weitere wird eben später erledigt.
So nun steht es fest - wir haben in diesem Jahr 1094,8 am hinter uns und haben dafür jedoch 184,7 Motorstunden gebraucht. Den Rest der Zeit hat uns der Wind angetrieben.

Sonntag, 30. Juli 2017

2. Tag Izola

Es gibt Dinge, die sind einfach toll. So ist das mit unserem Lüfter. Ohne ihn hätten wir bei diesen Temperaturen kaum die Möglichkeit halbwegs zu existieren. Gestern hatten wir ca. 33 Grad und die Sonne schien unerbittlich. Das Deck hatte sich mächtig aufgeheizt, sodass man darauf hätte Spiegeleier braten können. Unter Deck war die Hitze in jeden Schrank gekrochen und wollte auch gegen Abend, als die Sonne längst schlafen gegangen war, nicht weichen! Dann kam die Zeit unserer Wunderwaffe - der Lüfter - Er blies die Luft emsig durch unser Bötchen und kühlte es bis nahezu Mitternacht auf 28 Grad ab. Wir mussten an Deck schon recht lange warten und hatten daher als einzigen Ausweg die Flasche Bier (siehe Foto von gestern) auszutrinken. So konnten wir schlafen, obwohl bei diesen Temperaturen immer noch der Schweiß rinnt. Da wir müde waren, schliefen wir bis kurz vor 8.00 Uhr. Am Sonntag hat die Rezeption der Marina in Monfalcone bis 12.00 Uhr geöffnet. Für die Überfahrt bis zum Hafen in Monfalcone benötigen wir ca. 4 Stunden und das Springen aus dem Bett ist für uns Rentner nicht der Hit. So beschlossen wir, einen weiteren Tag in Izola zu verbringen, zumal das Wetter meint, wir müssten uns schon mal an Berlin gewöhnen und es leicht regnen ließ und eine Gewitterwahrscheinlichkeit von 50 v.H. produzierte. Morgen melden wir uns dann von Naima an Land in Italien.